Dietrich´s Comeback
1953 stand Marlene Dietrich nur noch als Sängerin auf den Bühnen und feierte hierbei auch weltweite Erfolge. Sie verwandelte sich von einer Nachtclub-Sängerin in eine ausdrucksstarke Künstlerin. Sie trat nicht mehr nur in Clubs auf, sondern auch in Theatern. Sie entwickelte eine Ein-Frau-Show. Sie tourte bis zu ihrem 75. Lebensjahr durch die ganze Welt. Sie war die erste deutsche Künstlerin, die nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sogar in Russland auf der Bühne stand. Aber nicht immer wurde Marlene Dietrich freundlich empfangen. Bei Konzerten in Polen, Israel und Russland wurde sie begeistert empfangen. In Israel verbot man ihr ihre Lieder in deutscher Sprache vorzutragen. Sie hielt sich nicht an dieses Verbot und sang. Zunächst stieß sie auf ein schockiertes Publikum, doch dann schaffte sie es das Publikum ganz schnell zu begeistern. Es wurde applaudiert und sie wurde gewürdigt für ihren Mut und ihre Ehrlichkeit. Damit wurde Marlene Dietrich auch die erste Sängerin, die in Israel in deutscher Sprache singen durfte. 1960 kam sie auf einer Europatournee zurück nach Deutschland und Berlin.
Hier begann ein schwerer Weg für sie. Sie traf hier aber nicht nur auf freundliches Publikum, sie galt als Vaterlandsverräterin. Und das ließen die Leute in Deutschland Marlene am eigenen Leib auch spüren. In Düsseldorf zum Beispiel wurde sie angespuckt. Jemand warf ihr sogar ein Ei an den Kopf, als sie einen Bühnenauftritt hatte. Und das war noch nicht alles. Mit Security wurde sie dann aus dem Theater geschafft, hatte aber keine Angst vor einem erneuten Anschlag. Immerhin liebte sie ihren Beruf. Und sie war berufen für ihre Sache. Diverse weitere Auftritte folgten auf dem Schritt. Marlene Dietrich war nicht unterzukriegen. Sie war einfach eine reife Frau, eine tolle Sängerin und eine famose Schauspielerin, auch wenn Teile in Deutschland ihr nach dem Krieg nicht so gesonnen waren. Sie liebte es vor dem Publikum zu stehen und ließ sich einfach nicht unterkriegen.
